Die »Rekordfahrt«
Im Oktober 1909 wurde der LZ 5 wieder mit Gas gefüllt und fahrbereit gemacht, weshalb
Conrad Müller abermals nach Köln reisen musste. Nach einigen Probefahrten kündigte Major Sperling an, er wolle eine lange Fahrt machen, um den bisherigen 24-Stunden-Rekord des Grafen Zeppelin zu brechen. Das Schiff wurde entsprechend ausgestattet mit viel Benzin, Ballastwasser und einer sechsköpfigen Besatzung. Am Abend des 1. Novembers, an Allerheiligen, startete man in eine graue Herbstnacht hinein. Auf allen Friedhöfen brannten die Grablichter. Es ging bei leichtem Gegenwind den Rhein hinauf. Die Schiffe beleuchteten den gewaltigen Strom ein wenig. Am Deutschen Eck in Koblenz mündete die Mosel ruhig. Die Motoren und Propeller summten im gewohnten Rhythmus. Weil die Luft dick war, ließ sich der LZ 5 leicht steuern. Der Major war guter Dinge. Er zog Sandwiches aus der Tasche und verteilte sie, entkorkte eine Flasche Rotwein, reichte sie herum, jeden trinken lassend.
- Z II über dem Rhein
- beim Drachenfels
So lustig hatte man den ,,Spatz“ noch nie gesehen. Er trug sogar in der Pose eines Schauspielers ein Gedicht von Gottfried Keller vor, dessen Worte im Getöse schwer zu verstehen waren:
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